Joannesburg - Pretoria - Bergbau
Übersicht Südafrika

Eine Reise nach Südafrika kann unter verschiednen Gesichtspunkten geschehen. Entweder will man die weite Landschaft erleben, in der seit Jahrhunderten Europäer gesiedelt und eine bedeutende Wirtschaftskraft aufgebaut haben. Oder man will eine der schönsten Hafenstädte - Kapstadt - und das Kap der Guten Hoffnung kennenlernen. Man besucht Südafrika am besten im dortigen Frühling, d.h. im November. Anfang Dezember beginnt an den Stränden der Gartenroute die Sommer- und Badesaison. Wir haben Südafrika 1973 mit dem Wohnwagen bereist(Schmalfilm), 1980 im beginnenden politischen Umbruch von der Bergbauseite her kennengelernt und 1987 nocheinmal zu zweit bereist.

alle Bilder vergrößerbar
Fotos: Irvin Krumnacker ©SEGEL.DE
Mit dem Jumbo geht es planmäßig nachts über die Sahara, nach Sonnenaufgang an Nairobi vorbei bis Johannesburg, wo einen nach viel unbewohnt scheinender Natur plötzlich die Vorortsiedlungen mit ihren glitzernden Pools begrüßen. Die gelben Abraumhalden des Goldbergbaues vor den Toren der Stadt vermitteln keine Urlaubsgefühle, eher Wissensdurst.
In den 70ern ist in Johannesburg ein hypermodernes Geschäftszentrum entstanden, in dem der Reichtum Südafrikas, die Bodenschätze Gold und Diamanten, Kohle, Chrom und Platin verwaltet und gemanagt werden. Man wohnt als europäischer Geschäftsreisender im Carlton Hotel, von dessen Dachrestaurant man einen bewundernden Blick auf die reichste Quadratmeile der Welt werfen kann. 1973 zählten hier noch junge Afrikaner beim Einkaufen ihr hart verdientes Kleingeld vor.
1980 öffneten hier die ersten Internationalhotels , in denen auch Nichtweiße wohnen konnten. Am Dachgartenpool kann man zusammen mit Stewardessen eine Ruhepause einlegen.
Natürlich sollte man kurz Pretoria, die Haupstadt des Landes besuchen - am besten im Oktober/November, wenn die Jacarandabäume in den Staßen blühen. Das Parlamentsgebäude auf einem Hügel mit schöner Aussicht auf die Stadt soll das schönste der Welt sein(Lokalpatriotismus). 1980 lockerte sich die Apartheid schon etwas, sodass sich hier Jugendliche aller Hautfarben im Park zwanglos trafen.
Wuchtig - und scheinbar für die Ewigkeit gebaut - erhebt sich das Voortrekkerdenkmal am Stadtrand auf einer Anhöhe. Hier wird im Stil des Völkerschlachtdenkmals von Leipzig der Voortrekker-Buren gedacht, die in der Mitte des 19.Jhds. nach Norden zogen und mit den Zulus blutige Auseinandersetzungen hatten.
Von hier aus blickt man über die alten Pferdewagen hinweg zu den hochmodernen Forschungsinstituten, die den hohen Industriestandard des Landes mitbegründet haben. Die Umgebung von Johannesburg ist ein Mosaik aus alter Burentradition und moderner Industrie.
Nachdem die UNO wegen der Apartheidspolitik ein Ölembargo verhängt hatte, besannen sich die (holländischen) Buren der im Ruhrgebiet entwickelten Hydriertechnik von Benzin aus Steinkohle und zogen sie in großem Maßstab auf. 1980 wurden in Sasol I+II bereits 20 Mio to Steinkohle, die aus nur 200 Meter Tiefe mit 4m-Flözen kam, hydriert und machten das Land so unabhängig. Unter der Kohle liegen die Goldadern bis nahe 4000 Meter Teufe. In der tiefsten Grube der Welt - Western Deep Levels - fahren wir in zwei je 1800 Meter tiefen Schächten ein und erleben, wie die unter 30 Jahre alten Kumpels bei 38 Grad und 100% Luftfeuchtigkeit in das Quarzitgestein bohren und dabei 8 Liter Tee/Schicht trinken müssen. Das sollte man wissen, wenn man Goldschmuck trägt....
Gesprengt wird jeden Tag nach Schichtende, denn der enorme Gebirgsdruck macht sich dann in Gebirgsschlägen mit Bebenstärke 3-4 auf der Richterskala Luft, deren örtliches Auftreten man mit Seismografen und einer Modellkarte ermittelt, um die aufgetretenen Schäden an Stromkabeln und Rohrleitungen schnell beheben zu können.

© Irvin Krumnacker 1996-2010 - SEGEL.DE




Segeln blindes gif
Segeln blindes gif
Segeln blindes gif