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Chicago - 1983-88 - besser als sein einstiger Ruf
Übersicht Neuengland - Schöne Hafenstädte
Chicago ist das Wirtschaftszentrum des Mittleren Westens, wo im Umkreis von 500km 1/3 des amerikanischen Brutosozialproduktes generiert wird.
Chicago ist die einzige US-Stadt mit einem indianischen Namen - abgeleitet von einer "She-kag-ong" genannten Wildzwiebel, die hier am einst sumpfigen Ufer wuchs.
Und Chicago hat sich im Wettstreit mit Newyork zu einer Metropole modernster Architektur entwickelt.
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Fotos: © Irvin Krumnacker
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1983 flogen wir zu dritt von Luxemburg aus mit einem stopover in Island nach Chicago und von dort aus kreuz und quer durch die Staaten.
In Chicago wohnt man rund um das relativ kleine Hochhauszentrum in einer der vielen Suburbs, wie beispielsweise Cicero im Südwesten.
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In früheren Jahrzehnten liefen hier viele Eisenbahnlinien aus dem mittleren Westen zusammen. Heute bringen einen moderne Highways schnell in die City.
Vom Planetarium neben dem riesigen Yachthafengelände hat man einen tollen Blick auf die Skyline der Stadt mit dem himmelstürmenden Searstower und der weißen 259m hohen First National Bank. Auf breiten Autobahnen fahren wir schnell zum Zentrum mit seiner bis an das Ufer des Michigansees vorgeschobenen tonangebenden Architektur.
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An der Lakefront entlang - eleganter als in New York - geht es zum alten Güterbahnhof am Ufer, der zum Zentrum der neuen Stadtplanung wird, die wir im Modell bewundern können.
Der erste Spaziergang gilt der Magnificent Mile - vorbei an modernen Glaspalästen.
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Eingebettet in Glas und Stahl zeigen eine Kirche , ein altes Haus und eine Kutsche etws vom alten Flair Chicagos. Dazwischen der Flamingo - eine hypermoderne Stahlskulptur und das neue Watertower- Geschäftszentrum mit einer neuen Generation von Einkaufsparadiesen, wie wir sie sonst nur noch im Trumptower in Newyork und in Hongkong erlebt haben.
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Aus dem Zentrum der City steigt der 443m hohe Searstower, das damals höchste Gebäude der Welt, in den Himmel - unmöglich es mit dem Objektiv zu erfassen. Im größten Versandhauskonzern der Welt kann man alles - auch ganze Inseln kaufen.
Von oben hat man einen fantastischen Rundblick auf Chicago - im Süden der schmutzige Industriebezirk, im Norden die gepflegten Viertel der Middleclass. Wieder unten befindet man sich am Flußufer im Stadtzentrum der berüchtigten 30er Jahre und bewundert den Mut mit dem die Amerikaner in diesem Hochhaus parken - ähnlich dem BMW-Haus in München.
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Am Chicago River sehen wir Hochhäuser im "Zuckerbäckerstil" aus den 30ern. Der Loop, eine angestaubte Ringschleife der Hochbahn ist uns aus Filmen bestens bekannt. Überrascht haben uns die hochglanzpolierten Hydranten an den Straßenecken - es soll nie wieder ein 1871 geben ! Und der Wachmann hat die Hand schußbereit am Revolver... Im Gegensatz dazu versprechen die vielen Kunstwerke im Zentrum eine heile futuristische Gesellschaft.
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Das moderne Zentrum ist zu einem Freiluftmuseum für überdimensionale Skulpturen geworden. Neben Reihen von großen Pflanzenkübeln lockern Werke von Picasso, Miro, Calder u.a. die rechteckigen Architekturlinien auf.
Das vom deutschen Architekten Helmut Jahn entworfene Illinois Center verwirklicht architektonisch den politischen Willen der Kommunikation von Macht und Volk. Der Kegelstumpf ist über 100 Meter hoch und voll verglast. So schaut man von außen nach innen und umgekehrt. Der krasse Gegensatz zur Architektur mit Stuckverzierungen und meterdicken Mauern vor hundert Jahren.
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Wir kamen genau am Ende einer heißen trockenen Spätsommerperiode an und erlebten so auch einen richtigen Regentag, der uns auch ins historische Museum führte. Chicago verabschiedet sich typisch mit einem Blick auf den gigantischen Buckinghambrunnen, der natürlich mit einer 90 Meter hohen Wasserfontäne größer ausfallen musste als der ähnliche Latonabrunnen in Versailles.
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© Dr.Irvin Krumnacker 1996-2010 - SEGEL.DE
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