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Ägypten - wie es vor 30 Jahren aussah

das Landvolk - bei den Fellachen in Theben-West
Übersicht Ägypten
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Das Leben in Ägypten ist in zwei Gruppen gegliedert: das Volk in den Großstädten und das Landvolk, die Fellachen entlang des Nil.
Demzufolge präsentiert sich das leben sehr untwerschiedlich. Seit den 70er Jahren ist die die Bevölkerung sprunghaft gestiegen und hat das Leben auf dem Land verändert - nicht nur durch Strom und Straßen. Wir erlebten damals in Vielem noch einen Rest uralter Lebensumstände und Gebräuche.
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Im Flugzeug begrüßt uns ein "ewiger" Sonnenaufgang vor Luxor. Unser Hotel wurde 1981 abgerissen und die neuen Häuser am Nilufer wurden noch im Handbetrieb hochgezogen. In den Seitengassen der Stadt türmte sich der Müll (ohne Plastiksäcke)
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Auf dem Schafmarkt mischt sich Gerda unter die Ägypter- für sie das Urlaubserlebnis. Am Morgen unternehme ich allein mit Skipper und Sohn eine Uferfahrt und erlebe hier den Stillstand der Zeit.
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Wir fahren "natürlich" mit der alten Einwohner-Fähre hinüber zum Westufer zu den Tempelruinen und beobachten dabei die Leute, deren Leben sich in den kommenden Jahren zu ändern beginnt.
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Die Frauen bringen von der Westseite Tauben zum Markt - während wir umgekehrt unserem Guide Tahib gekochte Eier vom Frühstückstisch des Hotels mitbringen, weil sie zwar genug Zuckerrohr kauen können aber zu wenig Eiweißnahrung haben.
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Noch ist die Uferrampe an der Einwohnerfähre unbefestigt. Auf der Westseite werden Mehlsäcke ausgeladen und Esel vermietet- auch für Leute wie uns.
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An der Westseite tun sich für uns Szenen wie aus biblischer Zeit auf. Unser Tahib machte mit uns einen Ausflug per Esel "through the fields". Dabei konnte ich auch eine Frau - noch mit Tokrug fotografieren.
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Auch eine Frau mit Handspindel kam vorbei und am Wüstenrand saß eine Frau mit Spinnrad - fast schon neolithische Szenen.Und der Fellache hinter seinem Hakenpflug könnte als Modell für die Grabmalerein des Sennedjem 1400v.Chr. dienen. Zukunftsfroh läuft dagen bereits unser Tahib durch das übermannshohe Zuckerrohr.
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Im November ist Zuckerrohrernte - mit Kamel, aber auch mit Schmalspurbahn. In den Dörfern der Westseite wurde in diesen Jahren Elektrizität installiert - weit weg von unseren Vorschriften. Die junge Frau von Tahib läßt sich gern mit ihren Brotlaiben fotografieren, die sie gleich zum Backofen bringt.
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Diesen holzbefeuerten Backofen gab es schon vor Christi Geburt. Das Taxi sah 1978 noch so aus und rollte die Hänge mit abgestelltem Motor hinunter - um Sprit zu sparen! Das Wohnhaus des Drivers beherbergte noch mensch, Vieh, Misthaufen und Brunnen.
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Wir werden hier herzlich willkommen geheissen und zum Essen eingeladen - ohne Folgen! Dann besuchen wir noch eine Alabasterwerkstatt, wo aus den Brocken die Vasen herausgebohrt werden.
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Im Alabasterladen wird ausgiebig Twee getrunken und der Alabaster beleuchtet, ehe wir uns in der Herberge von Scheich Ali,dem Chef der Grabräuberfamilien in Kurna, etwas erholen. Auf dem Heimweg sehen wir noch viele häuser, die ihre Wände mit "Beweisen" ihrer Pilgerfahrt nach Mekka geschmückt haben.
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Wichtig ist , zu beweisen, ob man per schiff oder flugzeug nach Mekka gereist ist. Unser Tahib gönnte diese Reise zuerst seiner Mutter - vor seiner Frau! Dieses Wasserrad bei Dendera stand nur bis 1980. 1981 war es weg! "Tempora mutantur" - die Zeiten ändern sich, sagt der Lateiner.
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Dafür entstehen für die Touristen aus aller Welt am Ostufer immer neue Hotels - natürlich mit Pool (siehe die alte Herberge von scheich Ali)
Und Bauchtänzerinnen verströmen einen Hauch von Orient, der in einem indifferenten Mischmasch von Scheinzivilisation und Kulturnostalgie untergegangen ist. Man kann sagen, dass wir genau am Wendepunkt dieses Epochenwechsels dort waren und diese Erinnerungen noch festhalten konnten.
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© Irvin Krumnacker 1996-2010 - SEGEL.DE
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