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Ägypten - wie es vor 30 Jahren aussah

Die Totentempel der 18./19.Dyn. auf der Westseite von Luxor
Übersicht Ägypten
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Der Totenkult erreicht in den Totentempeln des neuen Reiches seinen architektonischen Höhepunkt. Auf der Westseite von Luxor - in Theben-West reihen sich die Totentempel von SesostrisI, Hatschepsut, RamsesII und RamsesIII in einer langen Reihe an der Grenze vom Fruchtland zur Wüste aneinader. Will man die z.T. fantastischen Reliefs genauer sehen und fotografieren, muss man diesen Totentempeln sowohl morgens als auch vor Sonnenuntergang Besuche abstatten. Hier haben wir nicht nur eine Dokumentation des Totenkultes sondern auch ein lebendiges Geschichtsbuch über Jahrhunderte.
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Der Totentempel der Hatschepsut - mit dem Vorläufer aus dem Mittleren Reich daneben - ist die architektonisch schönste Ägyptens und weist Stilelemente auf, die auch Architekten des 20.Jhds. inspiriert haben. Der Tempel wurde der Fruchtbarkeitsgöttin Hathor geweiht.
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Eine Stele zeigt uns die wichtigsten Symbole wie die Sonne mit Urschlange und Henkelkreuz, die Himmelshieroglyphe und den Horusfalken mit den Kronen von Ober- und Unterägypten und der Uräusschlange. Die Innenräume preisen den Ruhm der Königin und ihres Stiefsohnes TutmosisIII. Die Eingänge zu den Kulträumen sind mit allen wichtigen religiösen Symbolen wie Uräusschlangen, Horusfalken, Sonnen und fünfzackigen Sternen ausgestattet.
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Auch der noch minderjährige Stiefsohn TutmosisIII ist vor den Göttern dargestellt. Das wichtigste Dokument in diesem Totentempel ist die Geburtslegende der Hatschepsut, deren Mutter Ahmose vom Reichsgott Amun geschwängert wurde und so die weibliczhe Blutlinie der Thronfolge begründete. Die friedfertige Hatschepsut organisierte die Puntexpedition nach Äthiopien, die geradezu wissenschaftlich ausgestattet war
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Da ihr Andenken weitgehend zerstört worden war, gibt es nur wenige gut erhaltene Statuen - wie hier eine im Metropolitain Museum in Newyork.
Wesentlichen Anteil an diesen Leistungen hatte ihr Architekt und Liebhaber Senenmut, der in seinem Grab unter dem Vorhof des Totentempels erstee astronomische Darstellungen entwarf.
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In einer kleinen Ecke des Zugangs zur Grabkammer zeigt uns unser Tahib eine perspektivische Darstellung des Senemut, die er hier - gegen die Regeln - erstmals wagte. Die Tempelanlage des RamsesIII in Medinet Habu ist mehr als einen Besuch wert - morgens und abends. Die Prozessionsbarken mit den Götterstatuen fuhren bei Festen von Karnak über die überschwemmten Nilfelder bis ans Hohe Tor.
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Vom Dach des Tempels aus schaut man hinüber nach Kurna mit seinen Gräbern der Edlen und sieht im Geiste die Pozessionen von Priestern und Volk bis in den 2.Hof.
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Die Säulenreihen sind verschieden gestaltet und verströmen noch heute den Machtwillen und das Prestigedenken der damaligen Zeit der Ramessiden, in der der gute Kontakt zu den Göttern besonders betont wurde.
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Daneben sehen wir an den Wänden der Wandelgänge Darstellungen von Sportspielen, aber auch Dokumente des Bodycount nach Kriegen, indem man abgehackte Hände oder Penisse durchzählte und dem Pharao meldete. Prinzipell hat sich nicht viel geändert.
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Während an den Außenwände weltliche Themen wie Jagsszenen dargestellt sind, ist das Innere des Allerheiligsten den religiösen Themen wie der Trinität von Pharao, Amun und Ptah gewidmet.
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Wunderbar zeichnen sich im Licht der untergehenden Sonne die Konturen einer Löwenjagd im Schilfgras ab - und in einem weiteren Abschnitt der Westwand präsentieren die alten Ägypter ihre mathematischen Begriffe - bis zu einer Million - und Rechenfähigkeiten. Nachdem wir Medinet habu durch das Südtor wieder verlssen haben, haben wir vom Berg über dem Htschepsuttempel einen großartigen Überblick über das Niltal mit den Memnonkolossen rechts, dem Ramesseum in der Mitte und Kurna mit seinen Gräbern im Vordergrund.
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Die Memnonkolosse sind die Überbleibsel eines großen Totentempels von AmenophisIII, der bei einem Erdbeben zerstört wurde. Das Heuelen ders Morgenwindes in den Rissen der Figuren, erinnerte wohl die griechischen Touristen nach Herodot an das Wehklagen des griechischen Helden Memnon.
Auch hier wird die Reichseinheit von Ober- und Unterägypten beschworen.
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Sakraler Boden darf nie wiedet profan genutzt werden. Hier gilt das noch, während wir in Europa sowas kurzer Hand "entweihen" und eine Autobahn darüber hinweg bauen... Gleich nebenan hatten wir in der einfachen Herberge zu Scheich Ali aus der Grabräuberdynastie und Mitausgräber von Tutenchamun ein freundliches Verhältnis, brachten ihm beim nächsten Besuch aus deutschland Rheumamuittel mit und verbrachten hier - zusammen mit alternativen Rucksacktouristen - einige Zeit.
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Das Ramesseum ist der Totentempel von Ramses II mit typischen Kolossalfiguren und einigen Schätzen der Bildhauerkunst - sowohl auf dem Gelände als auch an den Wänden des eigentlichen Totentempels. Hier sehen wir auch die ersten gemauerten Gewölbe von Vorrataskammerm im Tempelbezirk, in dem Religiöses und Weltliches eng verzahnt war.
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Inzwischen längst in einem Museum sahen wir 1979 neben einer ausdrucksstarken Darstellung der Reichseinheit einen wunderbaren Ramseskof, und die in Granit verewigte Darstellung der maat, des ewigen Sittengesetzes. Die Schlachtdarstellung der Erstürmung der Festung Meggido in Syrien läßt an deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. In ihre Hieroglyphen versunken, wollen wir diese beiden französischen Ägyptologinnen nicht weiter stören und statten lieber - mit unserem Guide Tahib - dem nahen Alabastershop noch einen Besuch ab.
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© Irvin Krumnacker 1996-2010 - SEGEL.DE
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