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Ägypten - wie es vor 30 Jahren aussah

Die Pharaonengräber im Tal der Könige
Sethos, Tutmosis, Amenophis, Ramses, Tut ench Amun, Königinnen
Von vollendeter Kunst bis zum verfallenden Niedergang
Übersicht Ägypten
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Das Tal der Könige westlich von Luxor ist der Sammelplatz von 64 Pharaonengräbern. Man erreicht das Tal von Kurna aus über eine Straße oder mit dem Esel über den Bergrücken oberhalb des Hatschepsuttempels. Die meisten Gräber sind verschlossen, einige - wechselnd - für den Publikumsverkehr freigegeben - mit dem Grab des Tutenchamun als dem berühmtesten.
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Nach dem Besuch des Hatschepsuttempels reiten wir am Sammelgrab der Königsmumien vorbei ins Tal der Könige, das sich von einem stillen Tal mit einem schmalen Spazierweg zu einem Touristengelände mit Servicezentrum gewandelt hat. Das Grab des "Soldatenkönigs" AmenophisII besticht durch seine klaren Linien und den schönen horizontalen Sternenhimmel.
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Der Sarkophag ist mit der Hieroglyphe für Gold geschmückt und an der anderen Talseite geht es einen Hang hinauf zum Grab von TutmosisIV, das durch seine futuristische Kunstgestaltung auffällt. Thema sind die Geschichten aus dem Totenbuch und der Unterwelt, in die man auf Treppen hinunterstieg.
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Was erst Künstler des 20 Jhds. an Abstraktion wagten, haben diese Künstler bereits vor 3400 Jahren gewagt, nämlich die Figuren des Diesseits im Reich der Toten auf Strichmännchenformat zun reduzieren!
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Haremhab war der Nasser des Neuen Reiches: Als die Führung des Reiches nch dem Tod von Tutechamun schwankte, nahm er als General das Heft in die Hand und wurde so zum Begründer der Ramessidendynastie. Sein Grab ist das Einzige in Blau gehaltene - mit sehr schönen klaren Wandmalereien. Über dem Grab von Tutenchamun liegt das Grab RamsesVI mit seiner imposanten Grabkammer. Hier zeigen die Malereien den Lauf des Tages durch die Nacht, der dann am nächsten Morgen "neu geboren" wird.
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Die Stirnwand der Kammer illustriert die verschiedenen Stationen im Reich der Toten, die für den Hieroglyphenkundigen wie ein Tagebuch zu lesen sind.
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In der Hölle rollen die Köpfe und die Opfer werden gekocht. Im Grab RamsesIX ist schon der Niedergang der Grabbaukunst deutlich sichtbar. Dagegen ist der Beginn dieser Kunst unter Sethos großartig. Im Grab des Vaters von RamsesII ist das Amduat in feinsten Halbreliefs aufgerollt.
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Der Totengott Anubis, die Himmelskuh und die Vormalerei von Sethos vor Isis sind zu bewundern. An der Stirnwand der Haupthalle ist die Wanderung der Sonnenbarke durch die Nachtstunden genial dargestellt.
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Die Sternbilder beweisen, dass zwar die naturwissenschaftlich exakte Himmelsachse um den Polarstern definiert war, aber nicht die Komposition der Sternbilder - was erst später willkürlich festgelegt wurde. Nach 1978 war das Grab gesperrt.
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Der Sarkophag von Meremptah, in dessen Grab bei unserem Besuch 1980 gearbeitet wurde, erinnert an die ägyptischen Plagen vor dem Auszug des Volkes Israel. Etwas abseits führt ein Weg ins Tal der Königinnen, wo uns die Wärter das Sonnenlicht mit Spiegelscherben in die Grabkammer mit den Prinzengräbern lenkten.
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Mit etwas Geduld und Zigaretten, zur Mittagszeit, gelang es mir doch im Grab des Tutenchamun einige Aufnahmen zu machen, die nur schwer die intime Atmosphäre dieses weltberühmten Grabes wiedergeben können. Es waren aufgeregte unvergeßliche Minuten - allein mit dem Pharao.
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In diesem Grab kann man sehr schön das Ritual der Mundöffnung sehen - damit diwe Seele entweichen kann. Der Oberpriester trägt immer ein Leopardenfell und hat eine Reservezange dabei, falls die erste kaputt geht! Die Paviane sind seit Urzeiten Bewacher im Totenreich.
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© Irvin Krumnacker 1996-2010 - SEGEL.DE
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